Haidong Gumdo - Koreanische Schwertkunst
Grundsätzliches: Die koreanische Schwertkunst wird ohne Schutzbekleidung trainiert. Das heisst, dass Disziplin, Kontrolle und Sicherheit oberste Priorität haben und im Training auch aktiv gelebt wird. Daneben ist auch der philosophische Teil der Schwertkunst, der Kunst ein Schwertkämpfer zu sein, wichtiger Bestandteil der Ausbildung.
Damit unterscheidet sich Haidong Gumdo wesentlich von anderen, waffenbasierenden Kampfsportarten.
Folgende technischen Disziplinen werden in Haidong Gumdo unterrichtet:
Sangsoo-Gumbup, die 12 Formen bis zum 1. Dan:
- Kibon Donjak, die Grundform, die zum eintrainieren und aufwärmen absolviert wird.
- Sangsoo Gumbup's 1-12, die obligatorischen Formen bis zum 1. Dan.
- Schwarzgurt-Form
Kyuk-Gum:
12 klar definierte Angriffs- und Abwehrformen, die jeweils zu zweit trainiert werden. Aus diesen Formen sowie Teilen der Sangsoo-Gumbup Formen werden für Wettkämpfe die Zweikämpfe choreografiert.
Papier-Schneiden:
Mit dem Holzschwert, später mit dem ungeschliffenen, muss Zeitungspapier mit einem sauberen Schnitt zerteilt werden. Dies ist eine Disziplin, an der die mentalen Fähigkeiten zum Tragen kommen und an der die Sauberkeit der Schnittführung sichtbar wird. Das Papier-Schneiden kann Bestandteil der Tests sein und ist ebenfalls eine Wettkampfsdisziplin.
Kerzentest:
Mit dem Holzschwert müssen Kerzen gelöscht werden, ohne diese zu berühren. Dieser Test ist Bestandteil jedes Gurttestes und symbolisiert Genauigkeit, Kontrolle und mentale Präsenz des Trainierenden. Anfangs muss noch eine Kerze gelöscht werden, mit höheren Graden nimmt die Anzahl der mit einem Schnitt oder Schlag zu löschenden Kerzen zu.
Bambus-Schneiden:
Mit Hilfe des scharfen Schwertes, des Jing-Gum, müssen Bambus-Röhren mit einem Hieb in jeweils 45 Grad Winkel zerschnitten werden. Bambus ist aufgrund der Struktur und Konsistenz nur in dieser Form zu schneiden. Bambus erfolgreich zu schneiden erfordert höchste mentale Präsenz, genaue Schnittführung und eine optimale Koordination. Ansonsten ist Bambus selbst mit einem rasiermesserscharfen Schwert nicht zu schneiden und kann sogar ein Metallschwert beschädigen.
Leider ist in der Schweiz kein Bambus erhältlich, so dass sowohl Training als auch Wettkampfvorbereitung nur unter erschwerten Bedingungen möglich sind. Ausserdem ist das Bambus-schneiden normalerweise erst höheren Gurtgraden vorbehalten, da mit einem scharfen Schwert hantiert wird.
Laufschule:
Die Laufschule ist ein Hilfsmittel, in der die Koordination zwischen Schwertschnitten und Laufen gezielt geschult und gefördert wird.
Sworddance:
Für Wettkämpfe oder Vorführungen können Gruppen ab 6 Personen eine Schwertkunst-Choreografie zu Musik vorführen. Synchronizität, Genauigkeit, Fluss der Bewegungen und Choreografie sind unter anderem Merkmale, die bewertet werden.
An der WM2006 in Korea, an der EM2007 in der Schweiz und an der WM2008 in Korea hat sich das Schweizer Team jeweils die Goldmedallie in Sworddance gesichert.